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Infos zur Pressearbeit bei Pressewart Martin Kiefer

 

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15.10.2010

Segelflug in Hornisgrindewelle bis 4000 Meter


Renchtäler Segelflieger schafft Sechs-Stundenflug

 

Oberkirch km. Der Renchtäler Segelflieger Tilman Fuchs flog in der Hornisgrinde-Welle sechs Stunden lang und bis auf 4000Meter Höhe.

Das Wellenfliegen der Segelflieger im mittleren Schwarzwald ist nur bei sehr selten Wetterlagen möglich. Hierzu muss sehr starker Südwest- oder Ostwind wehen, damit bilden sich im Bereich Hornisgrinde besondere Wellenwolken aus. In denen kann der Segelflieger, gleichsam einem Surfer auf der Wasserwelle stundenlang fliegen. Im Gegensatz zu thermischen Aufwinden strömt dabei die Luft großflächig laminar und völlig ruhig.Wellenflug Tilman Fuchs 2

Ein Segelflieger fliegt in der Natur und mit ihr – er muss also intensiv die Naturvorgänge beobachten. Schon ein paar Tage vor dem Wellenflug kündigte sich die ersehnte Wetterlage mit einem starken Ostwind an. Samstag war es noch unsicher ob sich der Hochnebel auflösen, und so einen Start vom Flugplatz in Musbach möglich machen würde. Am Sonntagmorgen war es dann soweit, denn das Internet kündigte zunehmenden Ostwind an. Der Nebel im Rheintal hatte sich aufgelöst und ein Start der Segelflugzeuges DISCUS CS war somit möglich. Genau zum richtigen Zeitpunkt erfolgte der Flugzeugschlepp hinter dem Motorsegler Super Dimona der Fliegergruppe Renchtal mit Schlepppilot Martin Kiefer.

Wellenflug Tilman Fuchs 1

Nach kurzer Steigphase war schnell ein kleines Wolkenloch gefunden, das es ermöglichte über den aufziehenden Hochnebel zu steigen und so den ersehnten Wellenaufwind im Lee der Hornisgrinde zu erreichen. Nach dem Ausklinken in 1800 m begann der genussvolle Flug in einem überaus ruhigen und gleichmäßigen Aufwind mit einer fantastischen Sicht vom Pfälzer Wald und den Vogesen im Westen bis zu den Alpen im Südosten. Das Oberrheintal zeigte sich komplett wolkenlos und sonnig, während von Osten die Hochnebelwolken über den Schwarzwald hinweg in das Oberrheintal strömten und sich dabei vollständig auflösten. Allein durch die mächtigen Naturkräfte getragen stieg der motorlose Segler kontinuierlich höher. Letztendlich wurde eine maximale Flughöhe von 4000 m erreicht, welche durch eine Höhenfreigabe der Fluglosten aus Langen zuvor genehmigt wurde. Normalerweise sind Flüge ohne Freigabe bis zu einer Höhe von 3000 m beschränkt. Tilman Fuchs traf in dem Wellenfluggebiet auch einige Kameraden der Fliegergruppe Offenburg. Gemeinsam genossen die Segelflieger den grandiosen und unvergesslichen Ausblick im goldenen Oktoberwetter.Die Landung erfolgte nach einer Flugzeit von sechs Stunden und mit recht kalten Füssen wieder auf dem Segelflugplatz in Musbach.

 

 

18.05.2009

Christoph Schweiger erhält mit 17 Jahren seinen Segelflugschein


Lierbacher Schüler ist jüngster Pilot der Fliegergruppe Renchtal

 

Oberkirch km. Der 17-jährige Schüler Christoph Schweiger aus Oppenau-Lierbach bestand seine praktische Prüfung für den Pilotenschein Segelflug und ist somit jüngster Pilot der Fliegergruppe Renchtal e.V.

Erste Schulflüge bereits mit 14 Jahren

Der engagierte Flugschüler begann bereits mit dem gesetzlichen Mindestalter von 14 Jahren mit seiner Segelflug-Ausbildung bei der Fliegergruppe Renchtal e.V. Bei den Renchtäler Segelfliegern sind die vier Fluglehrer Klemens Schmiederer, Johannes Tisch, Joachim Treier und Ausbildungsleiter Martin Kiefer ehrenamtlich tätig und ermöglichen somit eine kostengünstige und individuelle Ausbildung. Gestartet wird überwiegend mit der Startseilwinde auf der Grasbahn des Segelfluggeländes in Musbach. Dieses Wiesengelände liegt am östlichen Schwarzwaldrand bei Freudenstadt, wo es durch die vielen Waldschneisen und Grünflächen sehr gute thermische Bedingungen gibt.

Christoph meisterte alle Ausbildungsabschnitte auf Anhieb

Christoph begann im März 2006 seine fliegerische Kariere beim „Ausbildungsbetrieb“ Fliegergruppe Renchtal. Alle erforderlichen Unterlagen und Prüfungsergebnisse werden in einer Luftfahrerakte beim Regierungspräsidium Freiburg zusammengeführt. Unter anderem sind auch eine Auskunft aus dem Verkehrszentralregister und polizeiliches Führungszeugnis sind zu beantragen. Zu Ausbildungsbeginn ist auch die Untersuchung auf fliegerärztlichen Tauglichkeit fällig. Die Segelflugausbildung teilte sich dann in verschiedene Abschnitte auf. Doch gleich von Anfang an steht die praktische Flugausbildung im Schulungsdoppelsitzer im Mittelpunkt. Weitere theoretische Ausbildungen werden parallel, oft in den Wintermonaten, durchgeführt. Zum Fliegen auf dem Segelfluggelände Musbach gelangte Christoph Schweiger mittels Fahrgemeinschaften seiner Fliegerkameraden. Flugbetrieb ist immer samstags ab 13:00Uhr und sonntags ab 9:00Uhr.

Anfangs begleitete den Flugschüler noch ein Fluglehrer im Schulungsdoppelsitzer ASK21, später flog er dann mit persönlichem Flugauftrag, also unter Aufsicht, alleine. So wurde Christoph nach und nach auf weitere Segelflugzeuge eingewiesen: Doppelsitzer K13, Einsitzer KA6E und zuletzt der Hochleistungssegler DISCUS-CS. Wegen seiner überdurchschnittlichen Motivation und Engagement sowie Dank der intensiven und persönlichen Ausbildung absolvierte Christoph bereits mit 15 Jahren seine ersten drei Alleinflüge. Das ist das erste große Ziel jeden Flugschülers. Vorne Christoph Schweiger - dahinter Prüfer Karl-Heinz Beiser

215 Starts absolviert

Fasziniert vom Segelfliegen absolvierte Christoph inzwischen 215 Starts und Landungen mit 53 Flugstunden. Zwischendurch musste Christoph eine spezielle Flugfunkausbildung absolvieren. Damit ist er befähigt mit allen deutschen Flugplätzen, also bei Bedarf auch den großen Verkehrsflughäfen, zu funken.

Weiterer Abschnitt der Ausbildung ist der Streckenflug. Bisher musste ein Flugschüler den 50-Kilometer Streckenflug immer alleine durchführen und entsprechend dokumentieren. Nun ist auch ein 100-km-Doppelsitzerflug gemeinsam mit einem Fluglehrer und GPS-Datenlogger zulässig. Diesen Flug und die theoretische Prüfung schaffte Christoph auf Anhieb im Sommer 2008. Danach wurde ihm vom RP Freiburg sein späterer Prüfer Karl-Heinz Beiser, selbst ein erfahrener Fluglehrer aus Lahr-Altdorf, zugewiesen.

Praktische Prüfung mit Bravour bestanden

Als letzter Abschnitt führte Christoph am Wochenende in Freudenstadt-Musbach die erforderlichen Prüfungsflüge mit dem Schulflugzeug ASK21 durch. Prüfer Beiser fragte anfangs das theoretische Wissen kurz ab, so musste er u.a. Funktionen eines Segelflugzeuges und der Instrumente erklären. Es folgten die praktischen Prüfungsflüge mit der ASK21. Wichtig war dabei die gründliche Vorflugkontrolle des Segelflugzeuges, d.h. Prüfung aller sicherheitstechnisch relevanten Einrichtungen und Funktionen am Flugzeug. Letztendlich musste der Startcheck konsequent und korrekt durchgeführt werden. Dabei wird unmittelbar vor dem Start geprüft, ob Pilot, Flugzeug und Umfeld in Ordnung sind. Außerdem bereitet man sich mental auf eine möglichen Startabbruch vor. Erst nach positiver Prüfung zeigt zuletzt der Pilot mit dem „Daumen hoch“ die Startbereitschaft an und es wird mit der Startwinde auf etwa 300 Meter Höhe gezogen.

Christoph absolviert vier Platzrunden, wobei er verschiedene Flugübungen vorführen musste. So flog er Rollübungen, Schnellflug, Sackflug, Kurvenwechsel und hochgezogene Fahrtkurven. So musste Christoph jeweils eine Ziellandung schaffen, d.h. nach dem Landekreuz innerhalb von 100 Metern aufsetzen – kein Problem für Christoph. In der Thermik musste sauber im Kreis zentriert und natürlich umsichtig und sicher wegen der übrigen Segelflugzeugen geflogen werden. Insgesamt überzeugte Christoph den Prüfer durch sehr kontrolliertes und koordiniertes Segelfliegen. Er konnte auch stressige Situationen ruhig und sicher meistern. Der Prüfer äußerte sich nach der Prüfung sehr zufrieden und bescheinigte auch den ehrenamtlichen Vereinsfluglehrern gute Ausbildungsarbeit. Nach Rückmeldung des Prüfungsberichtes erhält Christoph Schweiger in den kommenden Tagen seine Privatpilotenlizenz Segelflug GPL (glider pilot licence) vom Regierungspräsidium Freiburg. Damit ist Christoph Schweiger derzeit der jüngste Pilot bei den Renchtäler Segelfliegern.

 

 

18.05.2009

 

 

 

09.09.2007

Christoph Schweiger jüngster Renchtäler Alleinflieger


Schüler hat erstes großes Ziel erreicht.

 

Oppenau km. Der 15-jährige Schüler Christoph Schweiger aus Oppenau – Lierbach absolvierte seine ersten drei Alleinflüge mit einem Segelflugzeug der Fliegergruppe Renchtal e.V.

Erste Schulflüge bereits mit 14 Jahren

Der engagierte Flugschüler begann bereits mit dem gesetzlichen Mindestalter von 14 Jahren mit seiner Segelflug-Ausbildung bei der Fliegergruppe Renchtal e.V.Fasziniert und entsprechend motiviert führte er inzwischen 65 Starts im Schulungsdoppelsitzer gemeinsam seinen Fluglehrern Klemens Schmiederer, Johannes Tisch, Joachm Treier und Ausbildungsleiter Martin Kiefer sowie verschiedenen Fluglehrern der Fliegergruppe Freudenstadt durch. Gestartet wurde auf der Grasbahn des Segelfluggeländes in Musbach. Das reine Wiesengelände liegt am östlichen Schwarzwaldrand bei Freudenstadt.

Moderne Segelflugzeuge

In den Schulungsdoppelsitzern K13, ASK21 und DG505 sind alle Instrumente und Steuereinrichtungen doppelt vorhanden, so dass eine sehr direkte und individuelle Schulung möglich ist. Die Segler verfügen zusätzlich auch über das moderne Navigationssytem GPS. Außerdem sind seit kurzem alle Renchtäler Segelflugzeuge mit dem Kollisionswarngerät FLARM ausgerüstet. Diese Gerät basiert auf GPS und warnt den Piloten akustisch und optisch in Stufen bei Annäherung eines anderen Segelflugzeuges, sofern dieses näher als 2000Meter kommt. Mit FLARM wird sehr wirkungsvoll der ohnehin schon hohe Stand der Flugsicherheit verbessert.

Ausbildung mit Fluglehrer im Doppelsitzer

Zu Beginn seiner Flugschulung musste der Fluglehrer noch selbst die Flugübungen vorfliegen, Christoph fühlte am Steuerknüppel mit und flog die Übungen selbst nach, zunehmend steuerte er dann aktiv und selbständig. Letztendlich fühlte der Fluglehrer nur noch beim Start und der Landung aktiv am Steuerknüppel mit, um bei einem Fehler eingreifen zu können. Kurz vor dem ersten Alleinflug genügten dann mündliche Korrekturen durch den Fluglehrer.

Im Sommerfluglager der Fliegergruppe in Musbach war es fast schon soweit. Durch konstant gute Flugleistungen überzeugte Christoph die Fluglehrer von seiner Alleinflugreife. Am letzten Wochenende simulierte der diensthabende Fluglehrer noch urplötzlich eine Seilrissübung und erzeugte zusätzliche Stresssituationen bei der Landung – auch das meisterte Christoph. Auch mit zwei weiteren Fluglehrern absolvierte Christoph noch sichere und kontrollierte Flüge. Danach erhielt er den Flugauftrag für den ersten Alleinflug. Im vielfach geübten Windenstart durfte Christoph Schweiger die ersten drei Alleinflüge im vertrauten Doppelsitzer durchführen. Der Fluglehrer überwachte am Funkgerät vom Boden aus die Flüge.

Erster Alleinflug ohne Fluglehrer – das erste große Ziel

Die Flugvorbereitung begann Christoph mit dem Fallschirm anlegen und angurten im Segelflugzeug. Dann führte der Pilot systematisch und konsequent den Startcheck durch. Der Wind stand günstig auf der Nase. Das Seil wurde eingeklinkt und der junge Pilot signalisierte mit dem gehobenen Daumen seine Startbereitschaft. Der Startleiter rief per Feldtelefon den Windfahrer an, der sogleich das 1000 Meter lange Seil einzog. Rasant beschleunigte das Segelflugzeug, hob nach einigen Metern ab und stieg erst flach und später steil empor in den Himmel. Bei etwa 300 Meter Höhe klinkte das Seil automatisch aus und wurde, an einem kleinen Fallschirm hängend, vollends auf die Seiltrommel der Startwinde eingezogen. Über Funk lobte der diensthabende Fluglehrer den guten Start. Das Segelflugzeug schwebte nach links in den Übungsraum am Segelfluggelände Musbach. Nach einigen Links- und Rechtskurven meldete Christoph über Funk "Musbach Info die D-6864 an der Position zur Landung auf die Bahn 35". Es folgte der Gegenanflug, dann der Queranflug und nach einer flachen Kurve in 100 Metern Höhe der Endanflug auf die Landebahn. Alles verlief prima, so dass weder Fluglehrer noch Flugleiter über Funk eingreifen mussten. Christoph fuhr Landeklappen etwas aus, Gleitpfad und die Richtung stimmten nun. Wenige Meter über dem Boden fing der Flugschüler in einem Abfangbogen den Segler ab, schwebte flach über die Grasbahn aus, setzte sanft nach dem Landezeichen auf und rollte aus. Das Segelflugzeug bleibt stehen, die Tragfläche legte sich seitlich auf den Boden. Die Haube öffnete sich und eine freudenstrahlender Flugschüler stieg aus: echt cool !! Geschafft - der erste Alleinflug ohne einen Fluglehrer an Bord. Das erste große Ziel jeden Flugschülers ist erreicht. Alle Pilotinnen und Piloten am Platz kamen angelaufen zum Gratulieren. Da auch die beiden Fluglehrer guten Flug bescheinigten, folgten gleich zwei weitere Flüge, die Christoph ebenso souverän und sicher absolvierte.Nach dem Flugbtrieb versohlten die Kameraden dem Alleinflieger bei der traditionellen Fliegertaufe gründlich den Hintern und schenkten einen Heidestrauß. Für Christoph werden nun weitere Alleinflüge im Doppelsitzer folgen, dann Umschulungen auf den einfachen Einsitzer Ka6E. Später folgt der Hochleistungssegler DISCUS. In den Wintermonaten gilt es noch die restliche Theorie zu lernen. Sodass mit 16 Jahren die Prüfungen zum Pilotenschein für Segelflug abgelegt werden können. Aber bis dahin muß für jeden Schulungsflug ein Flugauftrag bei einem Fluglehrer eingeholt werden - Sicherheit ist oberstes Gebot.

 

 

25.03.07

Karl Thoma und Dieter Hoferer zu Ehrenmitgliedern der Fliegergruppe Renchtal e.V. ernannt


 

Oppenau Km. Die Fliegergruppe Renchtal e.V. hat zwei langjährige Mitglieder, Karl Thoma aus Oberkirch und Dieter Hoferer aus Oppenau zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Auf der diesjährigen Jahreshauptversammlung der Fliegergruppe Renchtal (FGR) standen nun diese besonderen Ehrungen auf der Tagesordnung. Der alte und neue Vorsitzende Ludwig Treier beschrieb kurz die fliegerischen Laufbahnen und die Verdienste der beiden Fliegerkameraden für den renchtäler Flugsport:

Dieter Hoferer hatte bereits 1953 mit jungen 17 Jahren beim Bau des Segelflugzeuges „Doppelraab“ mitgewirkt. 1955 flog er seinen ersten Alleinflug mit dem „Doppelraab“. Es folgten weitere Segler wie „Röhnlerche“ und „Baby“. Später engagierte sich Hoferer auch intensiv in der Vereinsführung als Schriftführer und gab dieses Ehrenamt erst 1992 nach über 30 Jahren in jüngere Hände. Auch Karl Thoma begann in frühen Jahren das Segelfliegen. 1976 übernahm Karl Thoma sein erstes Ehrenamt, den Kassenwart der Fliegergruppe Renchtal. 1980 bis 1989 war er im Vereinsvorstand als zweiter Vorsitzender tätig.

Obwohl heute beide nicht mehr aktiv fliegen, sind sie doch mit der Fliegergruppe Renchtal stark verbunden, besuchen Versammlungen und unterstützen die Aktivitäten und Belange der Segelflieger nach besten Kräften. Ludwig Treier überreichte, in Anerkennung ihrer langjährigen Verdienste um den Segelflugsport im Renchtal, beiden Fliegerkameraden, Karl Thoma und Dieter Hoferer, die Ehrenurkunde „Ehrenmitglied der Fliegergruppe Renchtal e.V.“ Als weiterer Tagesordnungspunkt standen auch Neuwahlen an. Wahlleiter Dieter Hoferer bescheinigte dem Vereinsvorstand und den einzelnen Fachbereichen sehr engagierte Arbeit und lobte deren Leistungen.

In der anschließenden Neuwahl gab es keinen Änderungen in der Besetzung, so dass der alte als neuer Vorstand seine Vereinsarbeit kontinuierlich weiterführen kann. Der Vorstand besteht somit aus sieben Personen: Erster Vorsitzender ist Ludwig Treier aus Ibach, zweiter Vorsitzender ist Dieter Steggemann aus dem vorderen Winterbach, Ausbildungsleiter und Schriftführer ist Martin Kiefer aus Ödsbach, Kassierer Gerhard Roth aus Ramsbach, Werkstadtleiter Werner Treyer aus Oppenau und Jugendleiter ist Matthias Armbruster aus Ramsbach. Stellvertretender Jugendleiter ist der junge Fluglehrer Johannes Tisch.Die FG Renchtal ist bestrebt dem Nachwuchs auch Verantwortung zu übertragen und in die Vereinsführungsarbeit zu integrieren. Das ist im Segelflug nicht ungewöhnlich, denn bereits mit 14 Jahren können Schüler alleine fliegen und mit 16 Jahren die Lizenz erhalten.

Weiterhin ist erfreulich, das Joachim Treier aus Oppenau derzeit eine staatliche Fluglehrerausbildung absolviert und ab Jahresmitte als Fluglehreranwärter den Schulbetrieb auf dem Segelfluggelände Freudenstadt-Musbach unterstützen wird.

Mit David Streif aus Nussbach gab es 2006 auch einen neuen Scheininhaber Segelflug. Weitere drei Flugschüler befinden sich noch in der Segelflugausbildung.

Die Umstellung der Fluggebühren auf überschaubare Pauschalen hat sich nun schon zwei Jahre bestens bewährt. So können insbesondere Jugendliche für eine günstige Pauschale das Segelfliegen erlernen. Das ist allerdings nur möglich, weil sich die Vereinskameraden ehrenamtlich stark in der Ausbildung engagieren und auch die Vereinskasse die Schülerausbildung unterstützt. Im April stehen die Jahresabnahmen für die vier moderenen Vereinssegelflugzeuge an. Danach steht einer tollen Flugsaison mit hoffentlichen vielen unvergesslichen Thermikflügen nichts mehr im Wege.

 

 

23.08.06

David Streif hat mit 19 Jahren seine Segelflugprüfung bestanden


Nussbacher Schüler ist jüngster Pilot der Fliegergruppe Renchtal

 

Oberkirch km. Der 19-jährige Schüler David Streif aus Oberkirch-Nussbach bestand seine praktische Prüfung für den Pilotenschein Segelflug und ist somit jüngster Pilot der Fliegergruppe Renchtal e.V.

David Streif ist in Achern geboren, lebte mit Eltern von 1998 bis 2005 in Kanada und wohnt nun in Oberkirch-Nussbach. Er besucht derzeit in Achern das Gymnasium, seine Muttersprache ist deutsch. David begann im Juli 2005 seine Ausbildung bei der Fliegergruppe Renchtal e.V. Die Segelflugausbildung teilte sich in verschiedene Abschnitte auf:

Als erster Schritt musste David eine Flugfunkausbildung absolvieren. Da er auch fließend englisch spricht, hat er am 06.02.06 in Mülheim das Flugfunkzeugnis (BZF1) bestanden und somit neben dem deutschen auch das englische Flugfunkzeugnis erhalten. Im weitläufigen Kanada ist das Motorfliegen sehr verbreitet und so sammelte David bereits etliche Flugerfahrung mit einmotorigen Flugzeugen.

Die Fliegergruppe Renchtal besitzt ausschließlich Segelflugzeuge in moderner Kunststoffbauweise, das sind zwei Doppel- und zwei Einsitzer. Somit konzentriert sich David nun ausschließlich auf das kostengünstigere Segelfliegen. Als Antrieb beim Segelfliegen werden ja bekanntlich durch die Sonne verursachte, thermische Aufwinde genutzt. Zweiter Abschnitt ist die Flugschulung im Doppelsitzer gemeinsam mit Fluglehrer. Das erste große Ziel jeden Flugschülers, den ersten Alleinflug, schaffte David im Frühjahr 2006. Anschließend wurde er auf weitere Segelflugzeugtypen eingewiesen und umgeschult. Dritter Abschnitt ist der Streckenflug. Bisher musste ein Flugschüler den 50-Kilometer Streckenflug immer alleine durchführen und entsprechend dokumentieren.

Nun ist auch ein 100-km- Doppelsitzerflug gemeinsam mit einem Fluglehrer und GPS-Datenlogger zulässig. So schaffte David Ende Juli eine Strecke von 160km.Vierter Abschnitt ist die Theorieschulung: Im vergangenen Winter hat er am vereinsinternen Theorieunterricht für Segelflug teilgenommen und sich parallel mit einem PC-gestützten Programm vorbereitet. 

Im Frühjahr 2006 bestand er die Theorieprüfung am Regierungspräsidium in Freiburg. Danach wurde ihm vom RP Freiburg sein späterer Prüfer Karl-Heinz Beiser, selbst ein erfahrener Fluglehrer aus Lahr-Altdorf, zugewiesen. Als letzter Abschnitt führte David am letzten Samstag in Freudenstadt-Musbach die drei erforderlichen Prüfungsflüge mit dem Schulflugzeug ASK21 durch. Prüfer Beiser fragte anfangs das theoretische Wissen kurz ab, so musste er u.a. Funktionen eines Segelflugzeuges und der Instrumente erklären. Es folgten die praktischen Prüfungsflüge auf dem Segelfluggelände. Wichtig war dann die gründliche Vorflugkontrolle des Segelflugzeuges, d.h. Prüfung aller sicherheitstechnischrelevanten Einrichtungen und Funktionen am Flugzeug. Letztendlich musste der Startcheck konsequent und korrekt durchgeführt werden. Dabei wird unmittelbar vor dem Start geprüft, ob Pilot, Flugzeug und Umfeld in Ordnung sind. Außerdem bereitet man sich mental auf eine möglichen Startabbruch vor.

Erst nach positiver Prüfung zeigt zuletzt der Pilot mit dem „Daumen hoch“ die Startbereitschaft an und es wird mit der Startwinde auf etwa 300 Meter Höhe gezogen. David absolvierte drei Platzrunden, wobei der eine Flug über rund 25 Minuten in der Thermik ging. Vor, während und nach den Flügen sprach der Prüfer einzelne Punkte an, die er entweder vom Schüler sehen wollte oder die noch verbesserungswürdig waren. So musste David jeweils eine Ziellandung schaffen, d.h. nach dem Landekreuz innerhalb von 100 Metern aufsetzen – kein Problem für David. In der Luft mussten Rollübungen, Schnellflug, Sackflug, Kurvenwechsel und hochgezogene Fahrtkurven durchgeführt werden. In der Thermik musste sauber im Kreis zentriert und natürlich umsichtig und sicher wegen den übrigen Segelflugzeugen geflogen werden. In den Endanflügen musste jeweils ein Seitengleitflug gezeigt werden.

Dabei fliegt das Flugzeug ziemlich windschief durch die Luft, sackt also stark durch. Dieses Verfahren wird hauptsächlich bei einer Außenlandung benötigt um schnell und sicher Höhe abzubauen. Insgesamt überzeugte David den Prüfer durch sehr kontrolliertes und koordiniertes Segelfliegen. Er konnte auch stressige Situationen ruhig und sicher meistern. Der Prüfer äußerte sich nach der Prüfung sehr zufrieden und bescheinigte auch den ehrenamtlichen Vereinsfluglehrern gute Ausbildungsarbeit. Nach Rückmeldung des Prüfungsberichtes durch den Prüfer und dem Ausbildungsbericht durch den Vereinsausbildungsleiter, erhält David Streif in den kommenden Tagen seine Privatpilotenlizenz Segelflug GPL (glider pilot licence).

Damit ist David Streif derzeit der jüngste Pilot bei den Renchtäler Segelfliegern. Allerdings sind derzeit noch zwei fünfzehnjährige Flugschüler aktiv, die es noch schaffen könnten, ihre Lizenz bereits mit dem gesetzlichen Mindestalter von 16 Jahren zu erhalten.

 

 

20.02.2006

Ehrenmitvorsitzender Egon Muschal ist 80 Jahre jung geworden


Gründungsmitglied der Fliegergruppe Renchtal e.V.

 

Oberkirch, KM. Der Ehrenvorsitzende der Fliegergruppe Renchtal e.V., Egon Muschal, ist kürzlich 80 Jahre alt geworden. Egon Muschal ist am 16.01.26 in St. Georgen geboren und kann auf ein sehr bewegtes und erfülltes Fliegerleben zurück blicken. Egon hatte sich schon in frühen Jahren mit Flugmodellen beschäftigt. Seit dieser Zeit schlägt sein Herz für das Fliegen als Luftsport.

Erste Gummiseilstarts mit Schulgleiter

Seine ersten Starts absolvierte er im Schulgleiter „SG38“ und dem „Zögling“ in Unterbaldingen bei Rottweil. Gestartet wurde damals noch im abenteuerlichen Gummiseilstart an einem Hang. Der Schulgleiter mit dem Piloten wurde hoch am Hang mit einer Startfalle festgehalten, während eine ganze Mannschaft von Kameraden den Hang runter liefen und die beiden Gummiseile strafften. Auf Kommando des Piloten wurde die Startfalle geöffnet, worauf die beiden gespannten Gummiseile den Schulgleiter in die Luft katapultierten. Meist dauerten die Flüge nur wenige Minuten bei sehrmoderaten Fluggeschwindigkeiten um die 40kmh. Die ehrgeizigen Piloten suchten natürlich auch thermische Aufwinde und zunehmend wurden immer längere Thermikflüge erzielt. Die Gleitzahlen dieser ersten Schulgleiter lagen bei rund 1 zu 10, das ist vergleichbar mit heutigen Paragleitschirmen. Heutige moderne Segelflugzeuge haben inzwischen Gleitzahl 60, kommen also mit einem Meter Höhenverlust ganze 60Meter weit. Normale Fluggeschwindigkeiten liegen um die 100 km/h wobei Höchstgeschwindigkeiten bis 300 km/h erzielt werden. Später flog Muschal auch am Hornberg in der Schwäbischen Alp mit dem „Grunau Baby“.

Ausbildungsflüge beim Militärdienst

1943 wurde Egon Muschal zur militärischen Grundausbildung nach Berlin in die Fliegerschule Fürstenwalde eingezogen, dort flog er verschiedene Flugzeugtypen. Muschal war überwiegend in der Flugschulung eingesetzt und flog die legendäre Messerschmitt ME109. Das Kriegsende verhinderte seine Umschulung auf den ersten Düsenjäger der Welt der ME162.Nach dem zweiten Weltkrieg war Motorfliegerei in Deutschland verboten und so konzentrierte man sich auf das Segelfliegen.

Fluglehrer bei den renchtäler Segelfliegern

Egon Muschal ist erst wieder 1957 zur Fliegerei gekommen. Ein Dutzend Oppenauer Flieger hatten einen „Doppel-Raab“ gebaut, der allerdings 1957 in Offenburg zu Bruch ging. Mit viel Engagement verdienten sich die Flieger damals Geld durch Holzwellen machen in einem Sägewerk oder regelmäßiges Blutspenden. Damit kaufte die Gruppe dann einen Doppelsitzer MÜ13E. Hauptberuflich schlug Egon die Lehrerlaufbahn ein, war zuletzt Schulleiter in Bad.-Peterstal Griesbach. 1963 hat Egon Muschal dann auch die Fluglehrberechtigung gemacht und bis zur gesetzlichen Altersgrenze von 70 Jahren auch ehrenamtlich ausgeübt. In unzähligen Schulstarts hat Egon vom hinteren Pilotensitz aus den Flugschülern das Einmal-Eins und die Faszination des Segelfliegens beigebracht. Einige seiner früheren Flugschüler sind mittlerweile selbst schon jahrelang als Fluglehrer aktiv.

Mit Egons Anwesenheit auf dem Segelfluggelände war Zug im Flugbetrieb angesagt, seine Anweisungen waren klar, deutlich und nicht zu überhören. Alle Piloten und Flugschüler mussten kameradschaftlich mithelfen um die Segelflugzeuge zügig in die Luft zu bringen.

Bis 1976 ist Muschal in Offenburg geflogen, wo in einer alten Halle auch die Flugzeuge standen. Danach flog man in Kehl. Meist schaffte man nur kurze Strecken im Schwarzwaldrandgebiet. Bei gutem Thermikwetter wurden jedoch auch größere Strecken angepeilt. So flog Muschal mit der „KA8“ über 320Km nach Landshut und landete auf einem Raketenstartplatz, später flog er sogar bis nach Sonthofen in die Alpen.

Gründungsmitglied der Fliegergruppe Renchtal e.V.

1950 wurde Gerd Maier aus Offenburg erster Vorsitzender und Fluglehrer der damaligen Fliegergruppe Oppenau. Er erwarb den französischen und schweizerischen Privatpilotenschein sowie den Berufspilotenschein. 1955 wechselte Gerd Maier zu BURDA nach Offenburg und wurde 1957 Chefpilot der berühmten BURDA-Staffel.1991 wurde Gerd Maier zum Ehrenmitglied der Fliegergruppe Renchtal ernannt. Gerd Maier verstarb 2000. 1976 vereinigten sich die Oberkircher und Oppenauer Flieger und gründeten die Fliegergruppe Renchtal.e.V. Egon Muschal war Gründungsmitglied und erster Vorsitzender der FG Renchtal e.V.

Man baute u.a. Parkbänke um Geld für den Verein zu verdienen. Egon Muschal war auch in der Skizunft Griesbach sehr aktiv, so begann er 1964 für die Skisprungschanze Matten aus Kunststoffborsten zu bauen. Mit einfachen Einrichtungen, cleveren Ideen und viel Fleiß produzierten die renchtäler Segelflieger zahlreiche Matten. So wurden u.a. die Schanzen in Bad-Griesbach, Klingenthal im Vogtland, Neustadt und Breitnau im Schwarzwald, Höfen in Thüringen sowie auch Schanzen in Österreich mit renchtäler Matten belegt. Muschal war und ist immer noch Ideengeber, Chefkoordinator und fachmännischer Betreuer beim Belegen der Schanzen vor Ort.

Aktive Fliegerlaufbahn beendet

Die Segelfliegerei hat Egon Muschal 1997 aus Altersgründen aufgegeben. Wenn er dennoch gelegentlich im Doppelsitzer als Passagier mitfliegt, zeigt Egon, dass er nichts von seinem fliegerischen Können verlernt hat und zentriert einen Thermikbart feinfühlig wie ein Adler. Außerdem scheint Egon jedes noch so kleine Dorf in Süddeutschland aus der Luft zu kennen. Obwohl Muschal nicht mehr aktiv fliegt, ist er weiterhin mit Rat und Tat ehrenamtlich in der Fliegergruppe tätig. In manchen Stunden produziert er zudem noch einzelne Matten als Ersatz für Sprungschanzen.

Ehrenvorsitzender der FGR

1982 wird die Fliegerwerkstatt mit Fliegerheim in Oppenau gebaut.Bis 1995 war Egon Muschal erster Vorsitzender und Zugpferd der Fliegergruppe Renchtal e.V. In seiner Zeit ist der Flugzeugpark stetig gewachsen und wurde nun vollständig auf moderne und leistungsfähige Kunststoffsegelflugzeuge umgestellt. So stehen den Piloten derzeit zwei Doppelsitzer und zwei Einsitzer zur Verfügung.Ludwig Treier aus Ibach trat Muschals Nachfolge an. Auf Grund seiner herausragenden Verdienste um den renchtäler Segelfugsport und den Luftsport allgemein sowie 33 jähriger Fluglehrertätigkeit wurde Egon Muschal 1997 zum Ehrenvorsitzenden der Fliegergruppe Renchtal e.V. ernannt. Die renchtäler Segelflieger kennen und schätzen Egon Muschal als erfahrenen und fleißigen Fliegerkameraden und wünschen ihm weiterhin beste Gesundheit.

 

 

22.08.05

Deutsche Segelflugmeisterschaft Clubklasse


45 Piloten fliegen derzeit in FDS-Musbach

 

Oberkirch, km. Stelldichein der besten deutschen Segelflieger der Clubklasse in FDS-Musbach: Noch bis zum 26. August fliegen derzeit 45 Piloten mit ihren einsitzigen Segelflugzeugen im sportlichen Wettkampf um den Deutschen Meistertitel. Ausrichter ist die Fliegergruppe Freudenstadt auf dem Segelfluggelände in Musbach, wo auch die Renchtäler Segelflieger fliegen. Für Zuschauer ist kostenlos einiges geboten.

Frühmorgen: Aufrüsten der Segler und Briefing

Bereits frühmorgens werden die 45 Segelflugzeuge aus den Anhängern geholt, aufgerüstet und in zwei Startreihen auf dem Wiesengelände aufgebaut. Danach findet in der leergeräumten Flugzeughalle die Ehrung der Vortagessieger und ein Briefing statt. Ein Profi-Meteorologe zeigt auf einer großen Leinwand die Satellitenbilder, Temperaturverläufe der Luftmassen über die Höhe betrachtet (Temps) und erklärt die Wetterlage mitsamt der Vorschau über den Tagesverlauf. Dies ist besonders wichtig, da die Wettbewerbsleitung anschließend die Tagesaufgabe den Piloten bekannt gibt. Der Segelflieger fliegt in und mit der Natur, deshalb muß er die Wettervorgänge genau kennen um die Naturkräfte, in Form von thermischen Aufwinden, optimal zu nutzen.

Je besser er dies umsetzen kann, umso schneller kann er dann die gestellte Tagesaufgabe, meist ein Dreieck über ca. 300 Kilometer, umrunden. An Bord zeichnet ein Datenlogger die GPS-Daten jeden Fluges auf. Dieser wird dann abends von der Wettbewerbsleitung ausgelesen und ausgewertet. Die Punktesumme der Tageswertungen aus den zwei Wettbewerbswochen ergibt dann die Endwertung also den Deutschen Meister der Clubklasse.

Mittag: 45 Segelflugzeuge werden mit 6 Schleppflugzeugen gestartet

Nach dem Briefing programmieren die Piloten Ihren GPS-Navigationsrechner mit den Daten der Tagesaufgabe und machen sich und das Segelflugzeug startklar. Wenn dann um ca.11:00Uhr die Thermik ausreichend stark entwickelt ist, läßt die Wettbewerbsleitung alle 45 Segelflugzeuge starten. Normalerweise werden Segelflugzeuge mit einer Startwinde in den Himmel gezogen. Bei einem Wettbewerb muß dies jedoch viel schneller gehen wegen der Chancengleichheit. Deshalb stehen sechs einmotorige Schleppflugzeuge bereit, die dann aller Segler nach und nach hochschleppen. Somit geht es auf dem Segelfluggelände anderthalb Stunden lang emsig zu wie in einem Bienenhaus: Permanent starten die Schleppflugzeuge mit einem Segler am 50 Meter langen Seil und kehren nach wenigen Minuten schon wieder zurück um das nächste zu schleppen. Wenn sich dann alle Segler an die Wolkenbasis hochgekurbelt haben, gibt die Wettbewerbsleitung über Funk den Startschuß.

Nachmittag: Die Piloten fliegen im Pulk über Süddeutschland

Nach Freigabe müssen die Piloten in einer maximalen Höhe eine imaginäre Startline überfliegen. Dies wird ebenfalls mit dem Datenlogger exakt erfaßt. Ebenso müssen die Eckpunkte des Dreiecks genau angeflogen werden. Fehler oder Luftraumverletzungen ergeben später Strafpunkte. Im Flug muß der Pilot also auch navigieren, die Aktivitäten der Wettbewerber verfolgen und natürlich auch die Wetterentwicklung richtig bewerten. Dabei gilt es natürlich auch möglichst sauber zu fliegen, besser als die Wettbewerber in der Thermik zu steigen und auch die richtigen taktischen Entscheidungen zu treffen. So kann man z.B. bei der Wahl der Flugroute und dem Auswählen und Anfliegen der Thermikwolken schon entscheidende Vorteile erarbeiten.So nach ca. 3 Stunden kommen dann die ersten Segler im Tiefflug wieder zurück. Manche kommen erst wesentlich später zurück oder waren gezwungen mangels Thermik auf einem anderen Flugplatz oder Wiese außenzulanden. Sie werden dann mit PKW-Anhänger nach Musbach zurück geholt. Die Segelflugzeuge müssen nun noch geputzt, die Batterien für die Bordinstrumente neu geladen und dann der Segler in den Anhänger verstaut werden.Abends findet dann in der zweiten bewirteten Halle der gemütlich Ausklang statt. Auf der hompage www.fliegergruppe-renchtal.de befindet sich ein Link zum Wettbewerb in Musbach. Darin sind neben Plazierungen auch Satellitenbilder und aktuelle Tagesinformationen zu finden.

Text: Martin Kiefer

 

 

25.11.04

Tolle Platzierung der Renchtäler Segelflieger im bundesweiten Wettbewerb


Dritter Plartz in der neuen Segelflug-Bundesliga

 

Oberkirch, km. Die Piloten der Fliegergruppe Freudenstadt belegen zusammen mit der Fliegerguppe Renchtal e.V. einen hervorragenden dritten Platz in der neuen Segelflug-Bundesliga.In der Segelflug-Bundesliga des AEROKURIER Online Contests (OLC), die 2004 erstmals ausgetragen wurde, sind Sprinterqualitäten gefragt. Als Novum bei dezentralen Wettbewerben gibt es hier eine Geschwindigkeitswertung. Gewertet wird die beste Durschnittsgeschwindigkeit, die im Rahmen eines OLC-Streckenfluges in einem zweieinhalbstündigen Fenster geflogen wird. Diese Sprintstrecken über maximal drei Wendepunkte ermittelt der OLC-Server automatisch unter Beachtung, dass der Höhenunterschied zwischen Anfang und Ende des Fluges 1000Meter nicht überschreitet. Geflogen wurde an 19 Wochenden wobei die Flüge mittels GPS-Datenlogger im Segelflugzeug aufgezeichnet werden und eben online vom OLC-Server ausgewertet. Somit stehen die Gesamtwertungen bereits dienstags im Internet fest.Zugleich ist die Bundesliga auch eine Vereinswertung. Es werden für einen Flugtag die jeweils drei schnellsten Piloten eines Vereins aufgenommen.Für die neue erste Segelflug-Bundesliga 2004 sind die 30 erfolgreichsten deutschen Vereine qualifiziert. Sieben Vereine steigen in die zweite Bundeslig ab und natürlich auch so viele wieder auf. Wer sich nach einigen Runden in einem Abstiegsplatz wiederfindet muß sich was einfallen lassen. Somit sind die Piloten an jedem Wochenende motiviert zu punkten und Plätze in der Gesamtwertung gut zu machen.In der Segelflug-Bundesliga sind aus der Fliegrguppe Renchtal e.V. Johannes Tisch aus Achern, sowie Matthias Armbruster aus Oppenau, besonders sportlich aktiv gewesen. In zahlreichen Streckenflügen, oft auch im Verbandsflug mit Freudenstädter Piloten, sammelten sie viele Punkte, die letzendlich den tollen dritten Platz in der Gesamtwertung der Bundesliga ergaben. Matthias flog überwiegend den Hochleistungssegler DISCUS mit dem Wettbewerbskennzeichen RF und 15 Metern Spannweite. Johannes Tisch ist bei der Fliegergruppe Renchtal als Fluglehrer aktiv. Er flog ebenfalls den DISCUS oder auch den modernen Doppelsitzer DG505 ORION mit dem Wettbewerbskennzeichen LT und 20 Metern Spannweite.

 

 

15.10.04

Renchtäler Piloten beim Gebirgssegelflug in Frankreich


 

Oppenau (ma. / jt.) – Die schwächer werdenden Segelflugbedingungen, die sich ab Ende August in Deutschland einstellen veranlassten die Renchtäler Piloten Matthias Armbruster und Johannes Tisch dazu, die Flugsaison in den südfranzösischen Alpen ausklingen zu lassen. Dafür stellte die Fliegergruppe Renchtal den beiden Vereinspiloten ihren Hochleistungsdoppelsitzer vom Typ DG 505 zu Verfügung. Eine ausgedehnte Hochdruckbrücke, die sich von Nordafrika zum Ärmelkanal erstreckte sorgte schließlich in der ersten Septemberwoche für gute Flugbedingungen in den Seealpen. Als Ausgangsbasis diente den Fliegern das Segelflugzentrum St.Auban, das sich rund 150km nördlich von Marseille befindet. Die guten thermischen Bedingungen ermöglichten ausgedehnte Streckenflüge. Sowohl die Ecrains, wo sich auch der bekannte Wintersportort Alp d’ Huez befindet, als auch der Monte Viso scheinen zum greifen nah. Verglichen mit dem Streckensegelflug im flachen Gelände oder im Mittelgebirge birgt der Segelflug im Hochgebirge besondere Schwierigkeiten, auf die sich die Piloten sehr gut vorbereiten müssen. Einerseits sind im Spätsommer die effektivsten Aufwinde im Hangwind zu finden, was bedeutet, dass sehr eng an Bergen und Graten geflogen werden muss. Andererseits gibt es nur wenige und überdies sehr schwierige Felder, die bei eingeschlafener Thermik eine Außenlandung zulassen. So werden alle verfügbaren Landemöglichkeiten in die Landkarte eingetragen. Die wichtigsten werden zuvor zu Fuß erkundet. Alles in allem erfordert der Hochgebirgssegelflug einen guten Übungs- und Erfahrungshorizont des Segelflugpiloten. Diesen erlangten die beiden Flieger während zahlreicher Flugstunden unter anderem am Flugplatz Freudenstadt-Musbach, wo die Fliegergruppe Renchtal seit 25 Jahren beheimatet ist. Bei der Fliegergruppe Renchtal kann man das Segelfliegen bereits im jugendlichen Alter von 14 Jahren beginnen. Erfahrene, ehrenamtliche Fluglehrer ermöglichen eine preiswerte Flugausbildung.

 

 

24.8.04

Deutsche Meisterschaften der Junioren-Segelflieger


Joachim Treier schafft vierten Platz

 

Oberkirch. Vom 10. bis zum 22. August fanden auf dem Segelfluggelände in Wilsche / Lüneburger Heide, die Deutschen Segelflugmeisterschaften der Junioren in der Club- und Standardklasse statt. Joachim Treier von der Fliegergruppe Renchtal e.V. belegte in der Standardklasse einen sehr guten vierten Platz bei 36 teilnehmenden Piloten. Nach fast zwei Wochen spannender Rennen am norddeutschen Himmel, zwischen Lüneburger Heide und Elbe, haben die Deutschen Juniorenmeisterschaften im Streckensegelflug in Wilsche ihre Sieger gefunden: Fabian Meise aus Berlin gewann in der Clubklasse, der Braunschweiger Heiko Braden war in der Standardklasse erfolgreich. „Leider haben wir nicht das beste Wetter erwischt und können froh sein, überhaupt vier Wertungstage bekommen zu haben, die für eine Deutsche Meisterschaft nötig sind“, resümierte Tassilo Bode, der als Sportleiter für die Aufgabenstellungen zuständig war. „Die Wetterlage war mit Schauern und starkem Wind extrem schwierig und hat den Piloten einiges abgefordert“, so Bode. Zwischen 135 und 290 Kilometern hatten die Piloten an den vier Wertungstagen maximal im motorlosen Flug zu bewältigen, nicht selten endeten die Flüge nicht wieder in Wilsche, sondern mit einer Außenlandung. Joachim Treier aus Oppenau wurde 1999 Deutscher Juniorenmeister. Seither ist er Mitglied in der Junioren-Nationalmannschaft - dem C-Kader. Nun erzielte er zwei weitere Jahre Mitgliedschaft, denn die ersten acht Piloten bei den Deutschen Meisterschaften sind für den C-Kader qualifiziert. Nationaltrainer Rheinhard Schramme lieh Joachim seinen topmodernen DISCUS2a für den Wettbewerb. Dieser Segler hat einen 10 cm engeren Rumpf und somit 10cm mehr nutzbare Spannweite, insgesamt hat ein Sandard-Segler 15 Meter Spannweite. Elektrotechnik-Student Joachim Treier arbeitete die letzten sechs Monate in Detroit / USA an seiner Diplomarbeit. In dieser Zeit hatte er keine Gelegenheit zum Segelfliegen und somit nur einen geringen Übungsstand. Umso höher ist seine Platzierung bei den Deutschen Meisterschaften zu bewerten. Joachim bestätigt dem Veranstalter in Wilsche eine super Organisation und spricht von toller Stimmung auf dem Wettbewerb trotz Regenwetters und nur vier Wertungstagen.An den ersten beiden Wertungstagen dominierte das Team um Joachim Treier, Michael Eisele, Thomas Wettemann und Christoph Zahn. Dieses vier Segler flogen im Verband, ergänzten sich prima in der Thermiksuche und belegten vordere Plätze in der Tageswertungen. Am dritten Wertungsstag war ein „Cats Craddle“ ausgeschrieben. Das ist kein üblicher Dreiecksflug, sondern jeder Pilot darf sich seine eigenen Wendepunkte auswählen um möglichst schnell möglichst weit zu fliegen. Hierbei leistete sich jedoch Joachim eine taktische Fehlentscheidung, was ihn in der Gesamtwertung zurückwarf. Am vierten Wertungstag konnte Joachim Treier seinen vierten Platz verteidigen. Mit 2851 Punkten lag Joachim nur winzige sechs Punkte vom dritten Platz weg.

 

 

19.12.03

Matthias Armbruster hat mit 16 Jahren seinen Segelflugschein erhalten


Ramsbacher Schüler ist jüngster Pilot im Land

 

Oppenau (km). Der 16-jährige Schüler Matthias Armbruster aus Oppenau – Ramsbach erhielt nun als jüngster Pilot im Land seinen Pilotenschein für Segelflug. Dies wurde erst durch eine Gesetzesänderung im Mai möglich, bis dahin betrug das Mindestalter 17 Jahre für den Scheinerwerb. Matthias begann im Sommer 2001 seine Ausbildung bei der Fliegergruppe Renchtal e.V. Hierzu musste er allerdings sonntags früh aufstehen, denn zum Segelfluggelände Musbach gelangte er mittels Fahrgemeinschaften seiner Fliegerkameraden. Um kurz nach 8:00 Uhr trifft man sich bereits um gemeinsam nach Freudenstadt-Musbach zu fahren. Flugschüler ohne Einkommen, fahren natürlich gratis mit. Frühmorgens müssen die Piloten auf dem Segelfluggelände Musbach erst die Segelflugzeuge aufrüsten und die Startwinde aufbauen, denn sie wollen möglichst früh schon die erste Thermik für lange Streckenflüge nutzen. Wegen seiner überdurchschnittlichen Motivation und Engagement sowie Dank der intensiven und persönlichen Ausbildung absolvierte Matthias Armbruster bereits mit 15 Jahren seine ersten drei Alleinflüge in Musbach. Drei Fluglehrer sind ehrenamtlich bei der Fliegergruppe Renchtal im Schulungseinsatz und ermöglichen somit ein kostengünstige Ausbildung. Zusätzlich sind in der Schulungsgemeinschaft mit der Fliegergruppe Freudenstadt acht weitere Fluglehrer aktiv. Schon kurz nach seinen Alleinflügen auf dem vertrauten Doppelsitzer „K13“ konnte Matthias bereits auf die Einsitzer „KA6 CR“ und „KA6 E“ sowie auch auf den modernen Hochleistungssegler „DISCUS“ umschulen. Damit schaffte er im August auch seinen 50-Kilometer Navigationsflug problemlos – es wurden letztendlich sogar 210 Kilometer. Nach der theoretischen Prüfung schaffte Matthias im November nun auch die praktische Prüfung auf Anhieb. Hierbei musste er mit einem staatlichen Prüfer drei Platzrunden im Doppelsitzer fliegen. Matthias musste dabei das Segelflugzeug sowie auch einige Flugübungen jederzeit sicher und kontrolliert beherrschen. Kein Problem, denn als aktiver Vielflieger hat Matthias schon sehr gute Flugerfahrung. Nun musste er nur noch ein aktuelles fliegerärztliches Tauglichkeitszeugnis an das Regierungspräsidium Freiburg einreichen. Damit erhielt Matthias jetzt noch vor seinem seinem 17. Geburtstag im Januar den ersehnten Pilotenschein für Segelflug zugeschickt. Inzwischen fliegt Matthias eigenverantwortlich und erreichte kürzlich im Wellensegelflug-gebiet Schwarzwald über der Hornisgrinde enorme 4200 Meter Flughöhe. Aus dieser Höhe wirken die Gebirgszüge des Schwarzwaldes relativ platt, der Hornisgrindeturm ist winzig klein, kaum mehr zu erkennen und im Süden bis weit in Osten hin erstrecken sich die schneebedeckten Alpen. Diese unbeschreiblich schöne Bilder brennen sich unvergesslich in die Erinnerung ein.

Matthias ist auch sonst in der Fliegergruppe Renchtal erfreulich aktiv. So hilft er regelmäßig bei den Wartungsarbeiten an Segelflugzeugen in der Fliegerwerkstatt in Ramsbach mit. Zusätzlich gestaltet er als Webmaster die vereinseigene Homepage www.fliegergruppe-renchtal.de. Dort sind auch Bilder vom Wellenfliegen zu sehen.

 

 

05.12.03

Siegerehrung des 14. Schwarzwald Cup bei Fliegergruppe Renchtal


 

Oppenau (km und jt). Die diesjährige Siegerehrung des Schwarzwald Cups fand am 15.11.2003 bei der Fliegergruppe Renchtal e.V. statt. Einhundert Gäste aus zwölf Vereine aus dem gesamten Schwarzwaldbereich fanden sich in der Fliegerwerkstatt der Fliegergruppe Renchtal in Oppenau Ramsbach ein.

Diese einizigartige Veranstaltung ist eine gute Gelegenheit, Kontakte unter Segelfliegern zu knüpfen bzw. zu pflegen, Infos auszutauschen, Erfahrungen zu diskutieren und natürlich grundlegend den Abend zu genießen. Höhepunkt war die Siegerehrung durch unsere unvergleichliche Lore Sturm und den routinierten Schwarzwald Cup Organisator Harry Hezel.

Gewertet wird beim Schwarzwald Cup in 4 Klassen, Damen, Cracks, Newcomer und Doppelsitzer. Bei den Damen hatte Sabine Stegen vom LSV Schwarzwald mit 552,27km die Nase vorne. An dieser Stelle möchten wir alle Flugschülerinnen bzw. Pilotinnen nochmals motivieren: „Mädels fliegt was des Zeug hält – es gibt tolle Pokale von Lore zu gewinnen!“. Michael Schlaich (LSV Schwarzwald) dominiert schon seit Jahren die Wertung der Cracks. Er siegte hier mit einem Flug von 714,76km. Unter den Newcomern sind alle Piloten zu finden, die im Vorjahr nicht über eine Wertungsstrecke von 300km kamen. Hier belegte Jürgen Kaiser aus Reiselfingen mit einer Strecke von 317,51km den ersten Platz. In der Klasse der doch etwas entspannteren Piloten, die zu zweit in ihren komfortablen Doppelsitzern unterwegs sind, gewannen Jürgen und seine Tochter Katharina v. Podewils, ebenfalls aus dem traditionsträchtigen Rennstall des LSV Schwarzwald. Traditionsträchtiger Rennstall auch aus einem ganzen bestimmten Grund: Der LSV Schwarzwald gewann nun drei Jahre in Folge die Schwarzwald Cup Vereinswertung und so ging nun der heißbegehrte Wanderpokal, endgültig und verdient ins neue Fliegerheim nach Winzeln – Schramberg. Unsere Lore Sturm darf nun einen neuen, einzigartigen Wanderpokal stiften.

Weiteres Highlight war der Diavortrag „St. Moritz und Zurück“ von Joachim Treier. Von Musbach aus flogen der Duo Discus T mit Michael Buchthal / Markus Deck und die DG505 mit Joachim Treier / Reiner Haist von Freudenstadt aus samstags zum höchstgelegenen Flugplatz Europas, Samedan und am darauffolgenden Tag wieder nach Hause. Eindrucksvolle Bilder aus der imposanten Alpenwelt beeindruckten die 100 Gäste nachhaltig.

An der Schwarzwald Bar bei Caipi, Sekt und anderen Alkopops wurde bis weit in den morgen hinein gefachsimpelt, Fliegergeschichten erzählt und so manche neue fliegerische Idee für die nächste Saison gebohren.

Besonderen Dank gilt Lore Sturm und dem Luftsportverband Baden für die Pokale sowie allen Helfern und den Organisatoren.

Arno Breitenfeld organisiert im nächsten Jahr die Schwarzwald Cup Siegerehrung in Müllheim. Wir möchten jetzt schon vorgreifen und alle Vereine und Piloten aus dem ganzen Schwarwald recht herzlich einladen, dieses einmalige, superlative Event zu genießen.

Text: Joachim Treier und Martin Kiefer

 

 

28.10.03

Johannes Tisch hat Lehrgang erfolgreich bestanden


Neuer Segelfluglehrer bei der Fliegergruppe Renchtal aktiv

 

Oberkirch (km). Bei der Fliegergruppe Renchtal e.V. werden die Förderungsmöglichkeiten für angehende Segelflieger weiter ausgebaut. Mit dem 24 jährigen Johannes Tisch aus Achern wird ein weiterer Segelfluglehrer tätig werden. Dadurch erhält Ausbildungsleiter Martin Kiefer und Fluglehrer Klemens Schmiederer, Unterstützung bei der ehrenamtlichen Vereinsschulung.

Johannes Tisch, Maschinenbaustudent, ist seit 1995 bei der Fliegergruppe Renchtal aktiv. 1998 erhielt er seinen Pilotenschein für Segelflug. Johannes erklärte sich im Frühjahr bereit, eine Zusatzausbildung zum Segelfluglehrer zu absolvieren. Nun hat er mit viel Engagement einen umfangreichen Lehrgang zum Segelfluglehrer erfolgreich abgeschlossen. Hierzu war er drei Wochen am Flugplatz Laucha (Sachsen-Anhalt) zugast.Gerade der ehrenamtliche Einsatz der Fluglehrer und des übrigen „Bodenpersonals“ ermöglicht eine individuelle und kostengünstige Ausbildung der Flugschüler. Dabei wird zunächst mit den beiden doppelsitzigen und später mit den einsitzigen Segelflugzeugen der Fliegergruppe geübt.Die Ausbildung zum Segelfuglehrer ist umfangreich.Grundvoraussetzung zur Erlangung der Lehrberechtigung ist zuächst der Besitz der Segelfluglizenz PPL-C, sowie ein guter Übungs- und Erfahrungsstand.

Die Ausbildung zum Segelfluglehrer umfaßt im wesentlichen vier unterschiedliche Phasen:

Die Auswahl und Einführung innerhalb des Flugsportvereines

Die Vorausbildung

Den Ausbildungslehrgang nach den Bestimmungen der Luftfahrtgesetze

Die Bewährung in der Ausbildungstätigkeit unter Aufsicht

Die erste Phase, die Auswahl der Fluglehreranwärter, erfolgt im heimatlichen Flugsportverein, der Fliegergruppe Renchtal e.V. Dabei beobachtet und beurteilt der Vereinsvorstand mit dem Ausbildungsleiter einen Bewerber über längeren Zeitraum auf charakterliche und fliegerische Eignung. Der ausgewählte Bewerber, sofern selbst einverstanden, wird dann beim Ausbildungsbetrieb des Landesverbandes gemeldet. Er muß mindestens 150 Flugstunden, eine gültige Lizenz mit Winden- sowie Flugzeugschleppberechtigung, eine Startwindenfahrer-berechtigung, einen Streckenflug über 300 Kilometer nachweisen sowie das 21. Lebensjahr vollendet haben. Johannes Tisch hat in seiner Zeit bei der Fliegergruppe Renchtal etwa 700 Starts und 450 Flugstunden absoviert.Die zweite Phase umfaßt die fliegerische und theoretische Vorausbildung im Verein. Dabei wird der Anwärter an das Fliegen vom ungewohnten hinteren Sitz des Schulungsdoppelsitzers mit einem Segelfluglehrer als „Flugschüler“, sowie an die Vermittlung theoretischer Grundlagen gewöhnt. Zum Abschluß dieser Phase muß der Anwärter entsprechende Prüfungen beim Regierungspräsidium Freiburg ablegen, bei der das notwendige Können in drei Prüfungsflügen und einer schriftlichen Prüfung nachgewiesen werden. Diese bestandene praktische und theoretische Vorauswahlprüfungen berechtigen den Anwärter an einem dreiwöchigen Segelfluglehrerlehrgang teilzunehmen. Die dritte Phase ist dieser Lehrgang selbst und stellt die größte Hürde für den Segelfluglehrernachwuchs dar. In den drei Wochen werden intensiv die Theoriekenntnisse in den Fächern Meteorologie, Luftrecht, Technik, Navigation, Verhalten in besonderen Fällen, menschliches Leistungsvermögen und Pädagogik vervollständigt. Besonderer Wert wird auf die Pädagogik und Methodik der Flugausbildung gelegt. Die theoretische Prüfung für Fluglehrer birgt die besondere Schwierigkeit, dass alle Themengebiete in Langschrift zu bearbeiten sind, während die Prüfung für den Flugschein ein Multiple-Choise-Test ist. Parallel muß der Bewerber seine fliegerischen Kenntnisse verfeinern und zu einem absolut sauberen Flugstil finden. Dazu werden gemeinsam mit Ausbilder zahlreiche Flüge im Doppelsitzer bei unterschiedlichen Randbedingungen geflogen. Schwerpunktmässig werden Fehler simuliert, die Flugschülern „besonders gerne“ unterlaufen. Darüber hinaus muß der Bewerber eine Lehrprobe vorbereiten und vor dem Prüfungsrat halten. Die Lehrprobe fordert einen simulierten Unterricht über 45 Minuten, in dem besonders auf Methodik und Didaktik Wert gelegt wird. Es gilt in motivierender Form die Faszination Segelflug den Flugschülern zu vermitteln. Die praktische Prüfung besteht aus drei Prüfungstarts, wobei der sachverständige Prüfungssrat einen Flugsschüler simuliert und dabei gezielt Fehler macht, die der Anwärter erkennen, ansprechen und notfalls am zweiten Steuerknüppel selbst korrigieren muß.

Die vierte Phase schließt sich dem Ausbildungslehrgang an. In dieser Phase muß der fertig ausgebildete Segelfluglehreranwärter in seinem Verein unter Aufsicht eines Fluglehrers ausbilden. Der Ausbildungsleiter muß dabei den Ausbildungsfortschritt überwachen und steht dem Anwärter sowie seinem Flugschüler beratend zur Seite. Ist die letzte Phase abgeschlossen, wird dem nun endlich fertigen Segelfluglehrer das lapidare begriff „Lehrberechtigung“ als Ergebnis für seine zirka zwei Jahre dauernden, ehrenamtlichen Ausbildung in seinen Pilotenschein eingetragen.Parallel hat auch Joachim Treier aus Oppenau - Ibach die Vorauswahlprüfungen zum Segelfluglehrer bestanden. Er muß nun noch den Lehrgang absolvieren.

Ausgebildet werden Flugschüler in allen Altersstufen. Jugendliche können bereits mit 14 Jahren die Ausbildung beginnen. Die individuelle und sichere Ausbildung von Segelflugzeugpiloten und das Vermitteln der Faszination Segelflug, steht dem neuen Segelfluglehrer Johannes Tisch nun als Große Aufgabe bevor. Die Fliegergruppe Renchtal wünscht ihm dabei viel Spaß und Erfolg.

 

 

25.5.2002

Matthias Armbruster hat Segelflugzeug voll im Griff


Ramsbacher Flugschüler absolvierte mit 15 Jahren ersten Alleinflug

 

Oppenau km. Der 15-jährige Schüler Matthias Armbruster aus Oppenau – Ramsbach absolvierte seine ersten drei Alleinflüge mit einem Segelflugzeug.Der engagierte Flugschüler begann erst vor knapp einem Jahr die Segelflug-Ausbildung bei der Fliegergruppe Renchtal e.V.

Fasziniert und entsprechend motiviert führte er inzwischen 60 Starts im Schulungsdoppelsitzer gemeinsam mit Fluglehrer Klemens Schmiederer und Ausbildungsleiter Martin Kiefer sowie verschiedenen Fluglehrern der Fliegergruppe Freudenstadt durch. Gestartet wurde auf der Grasbahn des Segelfluggeländes in Musbach. Das reine Wiesengelände liegt am östlichen Schwarzwaldrand bei Freundenstadt.

Das Mindestalter für die Schulung beträgt übrigens 14 Jahre. Im Schulungsdoppelsitzer K13 sind alle Instrumente und Steuereinrichtungen doppelt vorhanden, sodass eine sehr direkte und individuelle Schulung möglich ist. Zu Beginn der Flugschulung musste der Fluglehrer noch selbst die Fugübungen vorfliegen, Matthias fühlte am Steuerknüppel mit und flog die Übungen selbst nach, zunehmend steuerte er dann aktiv und selbständig. Letztendlich fühlte der Fluglehrer nur noch beim Start und der Landung aktiv am Steuerknüppel mit, um bei einem Fehler eingreifen zu können. Kurz vor dem ersten Alleinflug genügten dann mündliche Korrekturen durch den Fluglehrer.

Im Pfingstfluglager der Fliegergruppe in Musbach war es nun soweit. Durch konstant gute Flugleistungen überzeugte Matthias die Fluglehrer von seiner Alleinflugreife. Der diensthabende Fluglehrer simulierte noch urplötzlich ein Seilrissübung und erzeugte zusätzliche Stresssituationen bei der Landung – das stellte jedoch kein Problem für Matthias dar. Auch mit einem zweiten Fluglehrer absolvierte Matthias noch einen sicheren und kontrollierten Flug. Nun erhielt er den Flugauftrag für den ersten Alleinflug. Im vielfach geübten Windenstart durfte Matthias Armbruster die ersten Alleinflüge im vertrauten Doppelsitzer durchführen. Der Fluglehrer überwachte am Funkgerät vom Boden aus den Flug.

Die Flugvorbereitung begann der Matthias mit dem Fallschirm anlegen und angurten im Segelflugzeug. Dann führte der Pilot systematisch und konsequent den Startcheck durch. Der Wind stand günstig auf der Nase. Das Seil wurde eingeklinkt und der junge Pilot signalisierte mit dem gehobenen Daumen seine Startbereitschaft. Der Startleiter rief per Feldtelefon den Windfahrer an, der sogleich das 1000 Meter lange Seil einzog. Rasant beschleunigte das Segelflugzeug, hob nach einigen Metern ab und stieg erst flach und später steil empor in den Himmel. Bei etwa 300 Meter Höhe klinkte das Seil automatisch aus und wurde an einem kleinen Fallschirm hängend vollends auf die Seiltrommel der Startwinde eingezogen. Über Funk lobte der diensthabende Fluglehrer den guten Start. Das Segelflugzeug schwebte nach links in den Übungsraum am Segelfluggelände Musbach. Nach einigen Links- und Rechtskurven meldete Matthias über Funk "D-6864 Position zur Landung auf die Bahn 35". Es folgte der Gegenanflug, dann der Queranflug und nach einer flachen Kurve in 100 Metern Höhe der Endanflug auf die Landebahn. Alles verlief prima, sodass weder Fluglehrer noch Flugleiter über Funk eingreifen mussten. Matthias fuhr Landeklappen etwas aus, Gleitpfad und die Richtung stimmten nun. Wenige Meter über dem Boden fing der Flugschüler in einem Abfangbogen den Segler ab, schwebte flach über die Grasbahn aus, setzte sanft nach dem Landezeichen auf und rollte aus. Das Segelflugzeug bleibt stehen, die Tragfläche legte sich seitlich auf den Boden. Die Haube öffnete sich und eine freudenstrahlender Flugschüler stieg aus: echt cool !! Geschafft - der erste Alleinflug ohne einen Fluglehrer an Bord. Das erste große Ziel jeden Flugschülers ist erreicht.

Alle Pilotinnen und Piloten am Platz kamen angelaufen zum Gratulieren. Da auch die beiden Fluglehrer einen fehlerfreien und sicheren Flug bescheinigten, folgten gleich zwei weitere Flüge, die Matthias ebenso souverän und sicher absolvierte.

Nach dem Flugbtrieb versohlten die Kameraden dem Alleinflieger bei der traditionellen Fliegertaufe gründlich den Hintern und schenkten einen Heidestrauß. Für Matthias werden nun weitere Alleinflüge im Doppelsitzer folgen, dann Umschulungen auf die einfachen Einsitzer KA6CR und Ka6E. Später folgt der Hochleistungssegler DISCUS. In den Wintermonaten gilt es noch die restliche Theorie zu lernen. Sodass mit 17 Jahren die Prüfungen zum Pilotenschein für Segelflug (PPL-C) abgelegt werden können. Aber bis dahin muß für jeden Schulungsflug ein Flugauftrag bei einem Fluglehrer eingeholt werden - Sicherheit ist oberstes Gebot.

Matthias ist auch sonst in der Fliegergruppe Renchtal fleißig aktiv. So hilft er regelmäßig bei den Wartungsarbeiten an Segelflugzeugen in der Fliegerwerkstatt mit. Zusätzlich gestaltet er als webmaster die vereinseigene hompage: www.fliegergruppe-renchtal.de

Text: Martin Kiefer

 

 

09.02.2002

Fly Inn in der Welle


Unvergessliche Eindrücke beim Wellenfliegen überm Schwarzwald in 4500Meter

 

Oberkirch (km) Die Renchtäler Segelflieger schafften unvergesslich schöne Segelflüge in 4500Metern Höhe überm Schwarzwald.

In den Wintermonaten sind die Piloten der Fliegerguppe Renchtal mit Wartungsarbeiten an den vier Vereinsseglern beschäfftigt. Kündigt sich jedoch gutes Flugwetter an, so starten die Renchtäler vom Flugplatz Offenburg aus. So nutzten drei Renchtäler Piloten eine aussergewöhlich interessante und seltene Wetterlage bei extrem starkem Ostwind. Sie starteten mit zwei Segelflugzeugen von Offenburg aus um sogenannte Wellen, das sind extrem hochreichende Wolkensysteme, zu erfliegen. Hinter großen Gebirgen entstehen starke Rotorwolken über den sich dann großflächig Wellenwinde aufschaukeln. Der Segelflieger gleitet nun in der Welle ähnlich einem Surfer auf der Wasserwelle. In der Welle schwebt der Segler absolut ruhig, es gibt keinerlei Turbulenzen und trotzdem steigt der Segler sehr stark in die Höhe. Man steigt einfach an den Wolkenvorbei und läßt diese tief unter sich zurück.An jenem kalten und sehr windigen Sonntag packten wir uns sehr warm ein, denn wir wollten an diesem Tag sehr hoch in der Welle fliegen. Der Doppelsitzer DG505, Kennzeichen D-4961 mit Joachim Treier und Gerhard Roth beide aus Oppenau, startete per Flugzeugschlepp. Nach einem sportlich frühen Ausklinken musste die DG jedoch erstmal in turbulenenten Rotorwolken bei Gengenbach im westlichen Kinzigtal kämpfen. Der Doppelsitzer schaffte trotzdem nach einer halben Stunde den Einstieg in die Welle am nahen Moosgebirge (872mm NN).Mit dem Einsitzer DISCUS CS, Kennzeichen D-5770 startete ich schon vor der DG, schleppte etwa 200Meter höher und erreichte nach dem Ausklinken nach kurzem Suchen und Gleitflug durch sehr heftige Rotoren die Welle am der Moos.Mit anfangs schwachem Steigen, später konstanten 2 m/s und super angenehm ruhigen Flug stieg ich auf 1400Meter. Gegen 60 km/h Ostwind ankämpfend ging es weiter Richtung Kniebis und Schwarzwaldhochstraße. Die Fallwinde im Lee des Renchtales spülten mich jedoch derart stark runter, dass ich zunächst an der zweiten Welle am Schliffkopf zu tief anflog und somit nicht einsteigen konnte. Also wieder zurück an die Moos zur ersten Welle und Höhe machen - bis nix mehr geht. Im zweiten Anlauf dann erneut Richtung Schliffkopfhotel und es funktionierte diesmal bestens. Am schneebedeckten Hauptkamm, der Schwarzwaldhochstraße entlang, tauchten inzwischen die Wolken, gleich einem Wasserfall, ins Tal und lösten sich auf. Somit grenzte sich die zweite Welle bilderbuchartig vor mir ab. Der Welle entlang stieg ich dann mit guten 3 m/s. Über Funk hatten wir längst Kontakt mit den Freudenstädter Segelfliegern, die von Musbach aus starteten. Die Folge war ein Fly-Inn aller Segler westlich der Hornisgrinde in der Welle. Schwierig war es sich zu treffen, da die Höhenunterschiede ungewohnt groß waren und die einzelnen Segler schnell wegstiegen. Vom Kontrollturm in Söllingen war bereits die Flughöhe 4000 Meter freigegeben - normalerweise sind nur 3000Meter erlaubt. Später erhielten wir dankenswerterweise auch eine Höhenfreigabe bis 4900 Meter - somit stand uns der Himmel offen. Wir stiegen bis maximal 4500m und die Gebirge und Täler des Schwarzwaldes erschienen zunehmend platt. Diese aussergewöhnlichen Flughöhen waren mir bisher nur aus den Alpen bekannt - und heute erreichen wir sie direkt vor unserer Haustür in unserem geliebten Flugrevier Schwarzwald - toll.Der GPS-Computer berechnete sehr komfortable und beruhigende Reserven für den Heimflug nach Offenburg. Ich male mir aus welche Strecken ich mit dieser Arbeitshöhe zurücklegen könnte. Doch das Wellenfluggebiet ist raümlich begrenzt und so kreuzten wir, bei angezeigten 80 km/h Ostwind, permanent zwischen Gaggenau, Murgtal und Hornisgrinde in 2500 bis 4000m. Die Wolkenformationen der Wellensysteme bildeten sich lehrbuchartig und tief unter uns ab - der ganzen Schwarzwald schien ein einziges Wellengebiet zu sein. Wolken, die man ansonsten beim Thermikfliegen mühsam erklimmen muss, liegen heute tief unter uns - ein beglückendes Gefühl. Folglich erklang so mancher Freudenschrei auf unserer gemeinsamen Funkfrequenz. Die wunderschönen Flugeindrücke haben sich tief in mein Gedächtnis eingebrannt und ich werde ewig davon zehren. Meine Bilder sind in der neuen hompage der Fliegergruppe Renchtal im Internet zu sehen: www.fliegergruppe-renchtal.de.

Nach drei Stunden bekam ich dann trotz zweier Paar Socken, gut isolierten Bergschuhen und gelegentlichen Paddeln mit den Füssen in den Seitenruderpedalen kalte Füsse. Der anschließende Heimflug entwickelte sich zum reinen Genuß, bis ins Lee der Moos: Dort schüttelte mich es in der turbulenten Luft plötzlich derat durch, dass ich instinktiv den Steuerknüppel beidhändig festhielt und es mir schlagartig recht warm wurde. Bei einen derart starken Rotor muss es auch steigen – dachte ich - und über dem östlichen Stadtgebiet von Offenburg ging es dann auch mächtig hoch. Ich genoss nochmal eine weitere Flugstunde die aufkommende Dämmerung und landete dann nach unvergesslichen vier Stunden.

Wir Renchtäler Segelflieger warten nun sehnsüchtig auf die nächsten Wellentage und hoffen mit Unterstützung der Offenburger Segelflieger den Einstieg die Welle erneut zu schaffen..

Text: Martin Kiefer

 

 

20.01.02

Fliegergruppe Renchtal erhielt den ersten Konsul-Niethammer Förderpreis


 

Oppenau (km). Auf der Jahreshauptversammlung des Baden-Württembergischen Luftsportverbandes (BWLV) in der Böblinger Kongresshalle wurde der Fliegergruppe Renchtal e.V. der erste Konsul-Niethammer Förderpreis verliehen.

Erstmals in der Geschichte des BWLV wurde 2001 der Konsul-Niethammer Förderpreis ausgeschrieben. Damit sollen Luftsportvereine für hervorragende und ausser-gewöhnliche Leistungen, insbesondere im Jugendbereich, sowie für innovative Ideen und Entwicklungen im technischen Bereich des Luftsports gewürdigt werden.

Der Präsident des BWLV, Gerd Weinelt, würdigte in seiner Ansprache die Fliegergruppe Renchtal: „Der 1. Preis mit einem Preisgeld von 25.000,-DM geht an die Fliegergruppe Renchtal. Hervorzuheben sind hier die fliegerischen Leistungen des jugendlichen Piloten, Joachim Treier in den Jahren 1999 und 2000. Entscheidend war, dass der Verein dem Jugendlichen ein Vereinssegelflugzeug vom Typ LS8 vorangig zur Verfügung stellte. Hierbei wurde die volle Unterstützung des Vereines aufgebracht“.

Der erste Vorsitzende der Fliegergruppe Renchtal, Ludwig Treier, Ausbildungsleiter Martin Kiefer und Joachim Treier nahmen die Urkunde und den Scheck im feierlichen Rahmen entgegen.

Die LS8 ist ein modernes Leistungssegelflugzeug, sie ermöglicht Höchstgeschwindigkeiten bis 280 km/h, gleitet dabei sehr gut und steigt zusätzlich in Thermik bestens. Mit dem Vereinssegelflugzeug LS8 nehmen die Renchtäler Piloten an Meisterschaften und Streckenflugwettbewerben teil. Dabei war der inzwischen 23-jährige Joachim Treier aus Ibach herausragend erfolgreich. Joachim wurde 1999 Deutscher Juniorenmeister der Standardklasse. Seither ist er Mitglied der deutschen Junioren-Nationalmannschaft, dem C-Kader. Im Jahr 2000 belegte er bei den Deutschen Meisterschaften der Senioren einen beachtlichen 22. Platz. Bei der Vor-Weltmeisterschaft wurde er vierter und bei der Weltmeisterschaft der Junioren wurde er neunter.

Die Jugendförderung steht bei der Fliegergruppe Renchtal schon immer im Vordergrund - schließlich basiert die Zukunft des Vereines auf dem fliegerischen Nachwuchs. So erfolgt unter anderem die Ausbildung der Flugschüler ehrenamtlich und somit preisgünstig. Der Flugschüler muss lediglich den Jahresbeitrag und die Fluggebühren bezahlen. In der Schulungs-und Nutzungsgemeinschaft mit der Fliegergruppe Freudenstadt stehen insgesamt zehn Fluglehrer im ehrenamtlichen Einsatz. Zusätzlich übernimmt jeder aktive Pilot sogenannte Bodendienste für den Dienstplan. Das sind durchschnittlich vier Dienste pro Jahr als Flugleiter, Startwindenfahrer, Pilot für das Schleppflugzeug oder Pilot für Gästeflüge auf dem Motorsegler. Damit wird von April bis Oktober ein Flugbetrieb an den Wochenden sowie an Feiertagen auf dem Segelfluggelände Musbach ermöglicht.

Mit dem Preisgeld beabsichtigt die Fliegergruppe einen neuen, modernen Doppelsitzer vom Typ ASK21 anteilig zu finanzieren und zu beschaffen. Dieser Kunststoffsegler wird vorwiegend in der ehrenamtlichen Flugschulung, für erste Alleinflüge und für Streckenflüge eingesetzt. Das ausgereifte, sehr robuste Flugzeug hat sehr gutmütige Flugeigenschaften und ist somit gerade für die Anfängerschulung sehr gut geeignet. Die stabile Bauweise erlaubt sogar Kunstflug und verkraftet problemlos auch mal eine weniger sanfte Landung. Weiterhin würde die Umschulung der Flugschüler auf ein einsitziges Segelflugzeug in Kunststoffbauweise erleichtert werden. Für die Flugschüler aber auch für die erfahrenen Lustflieger wird Dank des Förderpreises die ASK21 eine attraktive Erweiterung des Flugzeugparkes bieten.

 

 

20.08.01

Joachim Treier bei der WM in Issoudun (Frankreich) auf Platz 9 in Standardklasase


Joachim Treier unter Top Ten der Weltklasse und Platz 3 in Mannschaftswertung.

 

Oppenau (km). Joachim Treier aus Oppenau-Ibach erzielte auf der Segelflug-Weltmeisterschaft der Junioren in Issoudum (Frankreich) einen beachtlichen neunten Platz in der Standardklasse. Zwei Wochen lang verglichen sich die 63 weltbesten Junioren aus 18 Nationen im sportlichen Wettkampf in zwei Segelflug - Klassen. In der Standardklasse stellte das team germany mit Joachim Treier insgesamt drei Piloten, in der Clubklasse weitere vier Teilnehmer.

Der 22-jährige Student der Elektrotechnik gehört seit seinem Titel zum Deutschen Meister der Junioren 1999 der Nationalmannschaft an. Mit seinem jetzigen Erfolg bleibt Joachim dafür auch weiterhin nominiert. Das team germany erreichte einen sehr guten dritten Platz in der Mannschaftswertung.

Entscheidend für die vorderen Platzierungen sind der sogenannte Teamflug. Dabei fliegen die drei Piloten eines Nationalteams parallel und seitlich versetzt. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit deutlich an, gemeinsam gute Thermik zu finden. Die teams aus Frankreich und Grossbritanien trainieren dies in Leistungszentren sehr professionell. So werden die jungen Piloten dort oft für viele Wochen von Schule und Beruf freigestellt und trainieren zusätzlich sehr früh im Wettkampfgebiert. Wegen dieser aufwendigen Vorbereitung sind die Piloten sehr gut aufeinander abgestimmt und optimal auf einen Segelflug-Wettkampf vorbereitet. Dagegen mussten sich die deutsche Piloten über nationale Wettbewerbe qualifizieren, trafen sich im Frühjahr zu einem kurzen Training in der Provence und flogen auf der WM erstmalig im team. Umso höher ist die Leistung der deutschen Teilnehmer zu werten.

Beachtenswert ist, dass in in der Standardklasse 30 von 33 Segelflugzeugen made in Germany sind. Auch Joachim flog, wie schon bei früheren Wettbewerben, den vereinseigenen Hochleistungsegler Typ LS8 der Fliegergruppe Renchtal e.V.. Das schnittige Segelflugzeug LS8 hat 15 Metern Spannweite, sehr gute Gleit- und Steigeigenschaften in der Thermik und eine Höchstgeschwindigkeit von 280 km/h.

Vergleicht man die Leistung des Segelflugzeuges LS8 mit einem Papierflieger, dann müsste dieser aus einer Meter Höhe abgeworfen ganze 43 Meter weit fliegen und das mit einer Geschwindigkeit von 100 km/h!

In der Schlusswertung der Standardklasse nach insgesamt acht Wertungstagen belegte der Brite Jay Rebbeck mit 6372 Punkten den ersten Platz und ist somit neuer Weltmeister. Der deutsche Benjamin Schulz mit 6201 Zählern erreichte den dritten Platz, Joachim Treier hat mit 5835 Punkten und dem neunten Platz seine bisher beste internationale Platzierung erzielt. Die unglücklichen technischen Probleme mit den Bord-Batterien am zweiten Wertungstag kosteten Joachim Treier zirka 400 Punkte und damit etwa fünf Plätze in der Gesamtwertung. In der Clubklass belegten die deutschen Teilnehmer die Plätze 3, 9, 10 und 12.

 

 

25.06.00

Die 16jährige Christiane Frech flog zum ersten mal alleine.


Griesbacher Flugschülerin absolvierte Alleinflüge

 

Bad Peterstal-Griesbach km. Die 16 jährige Schülerin Christiane Frech aus Bad Peterstal – Griesbach absolvierte ihre ersten drei Alleinflüge mit einem Segelflugzeug.

Die engagierte Flugschülerin begann erst vor einem Jahr die Segelflug-Ausbildung bei der Fliegergruppe Renchtal. Fasziniert und entsprechend motiviert führte sie inzwischen 80 Starts im Schulungsdoppelsitzer gemeinsam mit Fluglehrer Klemens Schmiederer und Ausbildungsleiter Martin Kiefer sowie verschiedenen Fluglehrern der Fliegergruppe Freudenstadt durch. Gestartet wurde auf der Grasbahn des Segelfluggeländes in FDS-Musbach. Das Mindestalter für die Schulung beträgt übrigens 14 Jahre. Im Schulungs-doppelsitzer K13 sind alle Instrumente und Steuereinrichtungen doppelt vorhanden, sodass eine sehr direkte und individuelle Schulung möglich ist. Zu Beginn von Christianes Flugschulung musste der Fluglehrer noch selbst die Fugübungen vorfliegen, Christiane fühlte am Steuerknüppel mit und flog die Übungen selbst nach, zunehmend steuerte die Flugschülerin dann aktiv und selbständig. Letztendlich fühlte der Fluglehrer nur noch beim Start und der Landung aktiv am Steuerknüppel mit, um bei einem Fehler eingreifen zu können. Kurz vor dem ersten Alleinflug genügten dann mündliche Korrekturen durch den Fluglehrer. Durch konstant gute Flugleistungen überzeugte Christiane nun noch einen zweiten Fluglehrer von ihrer Alleinflugreife. Simulierte Stresssituationen bei der Landung und eine Seilrissübung kündigten dann der Flugschülerin den bevorstehenden Alleinflug an. Nach dem auch diese Hürden sicher gemeistert wurden, war es soweit:. Im vielfach geübten Windenstart durfte Christiane Frech die ersten Alleinflüge im vertrauten Doppel-sitzer durchführen. „Etwas mulmig ist mir schon“ gestand Christiane vor dem ersten Alleinstart. Doch mutig traute sie sich dann doch während der Fluglehrer am Funkgerät vom Boden aus den Flug überwachte. Die Flugvorbereitung begann die Flugschülerin mit dem Fallschirm anlegen und angurten im Segelflugzeug. Dann führte die Pilotin systematisch und konsequent den Startcheck durch. Das Seil wurde eingeklinkt die Pilotin signalisierte mit dem gehobenen Daumen die Startbereitschaft. Der Startleiter rief per Feldtelefon den Windfahrer an, der sogleich das Seil einzog. Rasant beschleunigte das Segelflugzeug, hob nach einigen Metern ab und stieg erst flach und später steil empor in den Himmel. Bei etwa 300 Meter Höhe klinkte das Seil automatisch aus und wurde an einem kleinen Fallschirm vollends auf die Seiltrommel eingezogen. Über Funk lobte der diensthabende Fluglehrer den guten Start. Das Segelflugzeug schwebte nach rechts in den Übungsraum am Segelfluggelände Musbach. Nach einigen Links- und Rechtskurven meldete Christiane Frech über Funk "D-6864 Position zur Landung auf die Bahn 17". Es folgte der Gegenanflug, dann der Queranflug und nach einer flachen Kurve in 100 Metern Höhe der Endanflug auf die Landebahn. Alles verlief bisher prima, sodass weder Fluglehrer noch Flugleiter über Funk eingreifen mussten. Christiane fuhr Landeklappen etwas aus, Gleitpfad und die Richtung stimmten nun. Wenige Meter über dem Boden fing die Flugschülerin in einem Abfangbogen den Segler ab, schwebte flach über die Grasbahn aus, setzte sanft nach dem Landezeichen auf und rollte aus. Das Segelflugzeug bleibt stehen, die rechte Tragfläche legt sich auf den Boden. Die Haube öffnete sich und eine freudestrahlende Flugschülerin stieg aus: Geschafft - der erste Alleinflug ohne einen Fluglehrer an Bord. Das erste große Ziel jeden Flugschülers ist erreicht. Alle Pilotinnen und Piloten am Platz kamen angelaufen zum Gratulieren. So völlig zu frieden mit sich selbst und ihrem Flug war Christine noch nicht, der Abfangbogen schien ihr noch verbesserungswürdig. Doch da auch die beiden Fluglehrer einen absolut fehlerfreien und sicheren Flug bescheinigten, folgten gleich zwei weitere Flüge, die Christiane Frech ebenso souverän und sicher absolvierte.

Zu den ersten Gratulanten zählte auch Ludwig Treier aus Ibach, der erste Vorsitzende der Fliegergruppe Renchtal. Gerade sein unermüdlicher, ehrenamtlicher Einsatz, aber auch der aller anderen Kameraden, ermöglichen die preiswerte und ehrenamtliche Ausbildung der Flugschüler. Die Flugschüler müssen lediglich den Jahresbeitrag sowie die Fluggebühren bezahlen. Derzeit bietet die Fliegergruppe Renchtal zusätzlich für Flugschüler noch eine günstige Pauschale bis zum Alleinflug an.

Nach dem Flugbtrieb versohlten die Kameraden der Alleinfliegerin bei der traditionellen Fliegertaufe gründlich den Hintern. Für Christiane werden nun weitere Alleinflüge im Doppelsitzer folgen, dann Umschulungen auf die Einsitzer KA6CR und Ka6E. Daniel Roos aus Bottenau ist schon eine Stufe weiter: Er darf bereits den Hochleistungssegler DISCUS alleine fliegen. Für diese beiden jüngsten Flügschüler der Fliegergruppe gilt es in den Wintermonaten noch die restliche Theorie zu lernen. Sodass im nächsten Frühjahr, wenn beide 17 Jahre alt geworden sind, die Prüfungen zum Pilotenschein für Segelflug (PPL-C) abgelegt werden können. Aber bis dahin muß für jeden Schulungsflug ein Flugauftrag bei einem Fluglehrer eingeholt werden - Sicherheit ist oberstes Gebot.

 

 

06.07.00

Ehrenmitglied Gerd Maier wurde fast 80 Jahre alt


Als Chefpilot der Burda Staffel unvergessen

 

Oppenau / Renchtal (km). Bereits am 6. Juli starb kurz vor seinem 80. Geburtstag Gerd Maier aus Offenburg. Er erlag einem schweren Krebsleiden.

Gerd Maier machte sich durch zahlreiche sportliche Erfolge und als Chefpilot der legendären BURDA-Staffel einen Namen.

Gerd Maier wurde 1920 in Oppenau im badischen Renchtal geboren und knüpfte bereits 1934 über das Modellfliegen erste Kontakte mit den Oppenauer Segelfliegern. Schon ein Jahr später flog er selbst. Seit dieser Zeit schlug Gerd Maiers Herz für das Fliegen als Luftsport und als Beruf. Einige herausragende Stationen seiner Fliegerkarriere lassen erahnen, welche Verdienste um den Rechtäler Luftsportverein und den Luftsport allgemein er sich erworben hatte. 1950 wurde er Vorsitzender und Fluglehrer der damaligen Fliegergruppe Oppenau. Er erwarb den französischen und schweizerischen Privatpilotenschein sowie den Berufspilotenschein. 1955 wechselte Gerd Maier zu BURDA nach Offenburg und wurde 1957 Chefpilot der BURDA-Staffel.